Terminankündigung

Vortrag zum Thema Leishmaniose am 9.11.2019 um 15:00h in den Räumen der Tierphysio Saarpfalz


Auf dieser Seite möchten wir Euch unsere Hunde in Spanien vorstellen, die an Leishmaniose erkrankt sind und daher schlechte bis keine Vermittlungschancen haben. 
Kontaktieren Sie uns gerne bei Interesse an einem der folgenden Hunde. Weitere Informationen zur Krankheit finden Sie am Ende der Seite.

CANELA

Canela ist eine im Januar 2015 geborene und 25kg schwere Mischlingshündin. Sie lebte eine zeitlang auf einer Pflegestelle, bevor sie nun in der Auffangstation abgegeben wurde.
Canela zeigt sich dort als unkomplizierte und freundliche Hündin. Sie kommt sehr gut mit Artgenossen zurecht und ist gut an unsere Unwelt sozialisiert.
Canela ist Leishmaniose positiv und auf Medikamente eingestellt. Sie ist geimpft, gechipt und kastriert.
DODGER

Dodger ist ein knapp 4 Jahre alter und ca. 55cm großer Mischlingsrüde, der als Welpe im Müll gefunden wurde. Er wurdemit der Flasche groß gezogen, aber als sich niemand für ihn meldete, kam er ins Refugio, wo er nun schon fast 1,5 Jahre ist.
Dodger ist ein freundlicher und sehr menschenbezogener Rüde mit einem aufgeschlossenem Charakter. Er versteht sich prima mit Artgenossen.
Dodger ist geimpft, gechipt, kastriert. Er hat einen grenzwertigen Leishmaniosetiter (1/80) und ist medikamentös eingestellt. Symptome zeigt er keine.

DEBBIE

Debbie ist eine im Februar 2016 geborene kleine Dobermannhündin, die in einem desolaten Zustand aufgefunden wurde. Debbies Körper war ausgezehrt durch nicht behandelte Leishmaniose, Vernachlässigung und Misshandlung.
Die Leitung von Tail Torrox nahm sich ihrer an, so lebt Debbie nun schon knapp 2 Jahre dort in der Auffangstation. Durch richtige Medikation und regelmäßiges Futter hat sich Debbies Körper weitesgehend erholt. Einer ihrer Hinterläufe war jedoch aufgrund der Leishmaniose so angeschlagen, dass das Sprunggelenk kollabiert ist. Debbie kann daher keine großen Spaziergänge machen, ein Haus mit eingezäuntem Garten ohne viele Treppen wäre ideal für sie.
Psychisch hat Debbie jedoch einige Baustellen beibehalten: Debbie braucht sehr lange, bis sie sich auf jemanden einlassen kann, wobei sie Frauen klar bevorzugt. Bei fremden Personen versteckt sie sich. Sie kann sich nur lösen, wenn niemand in der Nähe es. Ebenso wird sie hektisch beim Fressen bzw. verweigert die Nahrungsaufnahme, wenn sie sich nicht sicher fühlt. Debbie liebt andere Hunde und braucht einen oder mehrere souveräne Kumpanen an ihrer Seite. Verkehrslärm und generell laute Geräusche versetzen sie in Panik.
Wir suchen für Debbie eine erfahrene Einzelperson oder ein Paar ohne Kinder, mit strukturiertem Tagesablauf, in dem wenig Trubel herrscht und die sich bewusst sind, dass mit der Adoption von Debbie einiges an Arbeit auf sie zukommt.

Kontakt:
Frau Neumeyer
0163-8650064
YT

YT ist ein ca. 5-7 Jahre alter Mischlingsrüde mit einem Gewicht von 25kg. YT kam in die spanische Auffangstation, nachdem er einige Zeit auf der Straße unterwegs war.
YT ist ein sehr menschenbezogener und freundlicher Rüde. Er liebt Streicheleinheiten und jegliche Art von Zuwendung. Aktuell teilt er seinen Zwinger mit einer Hündin, bei Rüden entscheidet die Sympathie. YT wird regelmäßig spazieren geführt. Er ist umweltsicher und macht sich nichts aus Verkehrslärm. YT eignet sich aufgrund seines aufgeschlossenen Wesens auch für Hundeanfänger.
YT ist Leishmaniose positiv und auf Allopurinol eingestellt. Er zeigt keine körperlichen Symptome der Krankheit. Zudem wird er aktuell noch gegen Herzwurm behandelt. Er ist geimpft, gechipt und kastriert.
LEONA

Leona ist eine im März 2013 geborene Mischlingshündin, die nun schon längere Zeit in einer spanischen Auffangstation lebt. Leona ist eine eher zurückhaltende und schüchterne Hündin. Sie schließt sich ihren Bezugspersonen an, begegnet Fremden aber eher mit Abstand.
Leona ist Leishmaniose positiv getestet und aktuell auf Allopurinol eingestellt. Symptome hat sie keine.
Leona ist geimpft, gechipt, kastriert und auf andere Mittelmeerkrankheiten negativ getestet.

LEISHMANIOSE
 
Leishmaniose ist eine durch Sandmücken (Phlebotomidae) übertragene und durch Protozoen der Gattung Leishmania ausgelöste Erkrankung.
Der Erreger kommt in nahezu allen warmen Ländern vor, daher auch der Begriff Mittelmeerkrankheit. Früher galten die Alpen als natürliche Begrenzung für die Sandmücken, in Folge des Klimawandels und der damit verbundenen milderen Winter sind Sandmücken jedoch immer häufiger auch bei uns vorzufinden, was Leishmaniose zu einer Erkrankung macht, mit der immer mehr Hunde in Kontakt kommen können, auch wenn sie Deutschland noch nie verlassen haben.
 
Beim Menschen kann man unterscheiden in 

  • kutane Leishmaniose (die Haut betreffend, auch bekannt als Orientbeule)
  • viszerale Leishmaniose (die Organe betreffend, auch bekannt als Kala-Azar)
  • mukokutane Leishmaniose (die Schleimhäute betreffend)

Die canine Leishmaniose wird im Mittelmeerraum überwiegend durch Leishmania infantum ausgelöst, diese Gattung verursacht beim Menschen die viszerale Leishmaniose.
 
Sandmücken sind ca. 3 mm große Insekten, die bevorzugt nachtaktiv sind und überall dort zu finden sind, wo die Durchschnittstemperatur nicht unter 10 Grad fällt. Sandmücken sind relativ langsam und leicht, weswegen sie es schwer haben, an den Hund anzudocken, wenn dieser sich entweder bewegt oder noch wach ist, den Biss bemerkt und sich wehren kann.
Die größte Gefahr für den Hund ist somit, wenn er sich an windstillen Orten in der Abenddämmerung  in Bodennähe hinlegt und schläft.
L. infantum vermehrt sich durch einfache Teilung im Darmabschnitt der Sandmücken, diese begeißelte Form (promastigote Form) wandert dann in den Stechrüssel der Sandmücke und wird von dort aus beim Biss in die Haut des Hundes weitergegeben. 
 
Weitere Möglichkeiten der Übertragung wären Bluttranfusionen, blutige Beißereien, aber auch bei der Trächtigkeit und beim Geburtsakt kann der Erreger auf die Welpen übergehen und sie infizieren.
 
Da das Immunsystem des Hundes auf unterschiedliche Art und Weise reagieren kann, kann es unter Umständen recht lange dauern, bis der Hund Symptome zeigt, die Inkubationszeit der Leishmaniose kann bis zu 7 Jahre betragen.
 
Auch die Symptome sind vielfältig, während ein Hund mit klassischen Hautveränderungen reagiert, Fellverlust und Ekzemen, reagiert ein Hund eher mit Symptomen, die die inneren Organe betreffen, wie Durchfall, Erbrechen, aber auch Schlappheit und vermehrte Müdigkeit.


Anzeichen einer Leishmaniose:
  • Durchfall/ Appetitlosigkeit/ Fieber (anfangs meist schubweise)
  • Gewichtsverlust
  • Apathie/ Trägheit/ Lahmheit
  • Haut- und Fellveränderungen
  • Offene und schlecht heilende Hautwunden
  • Hautausschläge auf dem Nasenrücken, an den Ohrenspitzen und um die Augen herum (große, weiße und fettige Schuppen, allerdings nicht juckend)
  • Haarausfall
  • Augenerkrankungen
  • Nasenbluten
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Schmerzempfindlicher Bauch
  • Blutiger Kot
  • übermäßiger Krallenwuchs
 
Mittels eines sogenannten Mittelmeertest wird beim Hund die Höhe des Antikörperspiegels, der sogenannte Titer bestimmt. Anhand dieses Titers, weiterer Organ- und Blutwerte entscheidet der Tierarzt die jeweilige Therapie.
 
Zur Behandlung stehen gemäß den Leitlinien verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie AllopurinolDomperidonMilteforan und Glucantime.
 
Je früher die Erkrankung erkannt wird und je schneller mit der richtigen Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Chancen des Hundes, ein nahezu beschwerdefreies, langes Leben zu führen.
 

Bei weiteren Fragen sind wir natürlich jederzeit da und unterstüzen die zukünftigen Besitzer so gut wie es uns möglich ist!