Auf dieser Seite möchten wir Euch unsere Hunde in Spanien vorstellen, die an Leishmaniose erkrankt sind und daher schlechte bis keine Vermittlungschancen haben. 
Kontaktieren Sie uns gerne bei Interesse an einem der folgenden Hunde. Weitere Informationen zur Krankheit finden Sie am Ende der Seite.

NOTFALL ORLA

Orla ist eine im Januar 2009 geborene Mischlingshündin mit einem Gewicht von ca. 15kg. Über Orlas Geschichte ist nicht viel bekannt. Sie landete über Umwege in einer spanischen Tierpension und dannin der Auffangstation, wo sie aktuell in einer gemischten Hundegruppe lebt.
Orla ist eine sanfte, zurückhaltende Hündin und kommt mit dem Stress und Geräuschpegel im Tierheim nur schlecht zurecht. Sie scheint in ihrem Leben nicht viel von unserer Umwelt kennengelernt zuhaben und fürchtet sich vor lautem Verkehr. Sie wird noch regelmäßig spazieren geführt und läuft gut an der Leine.
Orla ist Leishmaniose positiv getestet und auf Allopurinol eingestellt. Sie zeigt keine Symptome der Krankheit. Orla ist geimpft, gechipt, kastriert und negativ auf weitere Mittelmeerkrankheitengetestet.
Wir wünschen uns für Orla ein ruhiges Zuhause ohne viel Trubel, in dem sie ihren Lebensabend verbringen kann.


LANA und ORION

 

Lana (schwarz) und Orion (kurze Rute) sind im März 2019 geborene Mischlingshunde mit einem aktuellen Gewicht von rund 20kg. Die beiden Geschwister wurden als Abgabehunde in einer spanischen Auffangstation abgegeben.
Lana und Orion zeigen sich dort als freundliche und aufgeschlossene junge Hunde, die altersgemäß das Hundeeinmaleins noch lernen müssen. Sie sind verträglich mit Artgenossen beiderlei Geschlechts und noch sehr verspielt. 
Lana und Orion sind geimpft und gechipt und wurden im Alter von ein paar Monaten positiv auf Leishmaniose getestet. Sie sind auf Allopurinol eingestellt. Nachtestungen ergaben bei beiden Hunden einen negativen Titer. Sollte dies weiter so bleiben, wird die Medikation wieder abgesetzt. Symptome zeigen die Geschwister nicht.
CANELA

Canela ist eine im Januar 2015 geborene und 25kg schwere Mischlingshündin. Sie lebte eine zeitlang auf einer Pflegestelle, bevor sie nun in der Auffangstation abgegeben wurde.
Canela zeigt sich dort als unkomplizierte und freundliche Hündin. Sie kommt sehr gut mit Artgenossen zurecht und ist gut an unsere Unwelt sozialisiert.
Canela ist Leishmaniose positiv und auf Medikamente eingestellt. Sie ist geimpft, gechipt und kastriert.
DEBBIE

Debbie ist eine im Februar 2016 geborene kleine Dobermannhündin, die in einem desolaten Zustand aufgefunden wurde. Debbies Körper war ausgezehrt durch nicht behandelte Leishmaniose, Vernachlässigung und Misshandlung.
Die Leitung von Tail Torrox nahm sich ihrer an, so lebt Debbie nun schon knapp 2 Jahre dort in der Auffangstation. Durch richtige Medikation und regelmäßiges Futter hat sich Debbies Körper weitesgehend erholt. Einer ihrer Hinterläufe war jedoch aufgrund der Leishmaniose so angeschlagen, dass das Sprunggelenk kollabiert ist. Debbie kann daher keine großen Spaziergänge machen, ein Haus mit eingezäuntem Garten ohne viele Treppen wäre ideal für sie.
Psychisch hat Debbie jedoch einige Baustellen beibehalten: Debbie braucht sehr lange, bis sie sich auf jemanden einlassen kann, wobei sie Frauen klar bevorzugt. Bei fremden Personen versteckt sie sich. Sie kann sich nur lösen, wenn niemand in der Nähe es. Ebenso wird sie hektisch beim Fressen bzw. verweigert die Nahrungsaufnahme, wenn sie sich nicht sicher fühlt. Debbie liebt andere Hunde und braucht einen oder mehrere souveräne Kumpanen an ihrer Seite. Verkehrslärm und generell laute Geräusche versetzen sie in Panik.
Wir suchen für Debbie eine erfahrene Einzelperson oder ein Paar ohne Kinder, mit strukturiertem Tagesablauf, in dem wenig Trubel herrscht und die sich bewusst sind, dass mit der Adoption von Debbie einiges an Arbeit auf sie zukommt.

Kontakt:
Frau Neumeyer
0163-8650064

KAI

Kai ist ein 3 Jahre alter und knapp 60cm großer Mischlingsrüde, der als Abgabehund in die Vermittlung kam.
Kai wuchs in einer Familie zusammen mit weiteren Artgenossen auf. Er kennt das Wohnungsleben und ist gut sozialisiert. Kai ist aufgeschlossen und freundlich gegenüber Jedermann. Er ist einsportlicher aktiver Rüde, der sich über lange Spaziergänge und auch kognitive Beschäftigung freut. Katzen sollten nicht in seinem neuen Zuhause wohnen.
Kai ist geimpft, gechipt und kastriert. Er hat einen positiven Leishmaniosetiter und ist negativ auf weitere Mittelmeerkrankheiten getestet.

Kontakt:
Frau Mielke
06842 9310444

LEISHMANIOSE
 
Leishmaniose ist eine durch Sandmücken (Phlebotomidae) übertragene und durch Protozoen der Gattung Leishmania ausgelöste Erkrankung.
Der Erreger kommt in nahezu allen warmen Ländern vor, daher auch der Begriff Mittelmeerkrankheit. Früher galten die Alpen als natürliche Begrenzung für die Sandmücken, in Folge des Klimawandels und der damit verbundenen milderen Winter sind Sandmücken jedoch immer häufiger auch bei uns vorzufinden, was Leishmaniose zu einer Erkrankung macht, mit der immer mehr Hunde in Kontakt kommen können, auch wenn sie Deutschland noch nie verlassen haben.
 
Beim Menschen kann man unterscheiden in 

  • kutane Leishmaniose (die Haut betreffend, auch bekannt als Orientbeule)
  • viszerale Leishmaniose (die Organe betreffend, auch bekannt als Kala-Azar)
  • mukokutane Leishmaniose (die Schleimhäute betreffend)

Die canine Leishmaniose wird im Mittelmeerraum überwiegend durch Leishmania infantum ausgelöst, diese Gattung verursacht beim Menschen die viszerale Leishmaniose.
 
Sandmücken sind ca. 3 mm große Insekten, die bevorzugt nachtaktiv sind und überall dort zu finden sind, wo die Durchschnittstemperatur nicht unter 10 Grad fällt. Sandmücken sind relativ langsam und leicht, weswegen sie es schwer haben, an den Hund anzudocken, wenn dieser sich entweder bewegt oder noch wach ist, den Biss bemerkt und sich wehren kann.
Die größte Gefahr für den Hund ist somit, wenn er sich an windstillen Orten in der Abenddämmerung  in Bodennähe hinlegt und schläft.
L. infantum vermehrt sich durch einfache Teilung im Darmabschnitt der Sandmücken, diese begeißelte Form (promastigote Form) wandert dann in den Stechrüssel der Sandmücke und wird von dort aus beim Biss in die Haut des Hundes weitergegeben. 
 
Weitere Möglichkeiten der Übertragung wären Bluttranfusionen, blutige Beißereien, aber auch bei der Trächtigkeit und beim Geburtsakt kann der Erreger auf die Welpen übergehen und sie infizieren.
 
Da das Immunsystem des Hundes auf unterschiedliche Art und Weise reagieren kann, kann es unter Umständen recht lange dauern, bis der Hund Symptome zeigt, die Inkubationszeit der Leishmaniose kann bis zu 7 Jahre betragen.
 
Auch die Symptome sind vielfältig, während ein Hund mit klassischen Hautveränderungen reagiert, Fellverlust und Ekzemen, reagiert ein anderer Hund eher mit Symptomen, die die inneren Organe betreffen, wie Durchfall, Erbrechen, aber auch Schlappheit und vermehrte Müdigkeit.


Anzeichen einer Leishmaniose:
  • Durchfall/ Appetitlosigkeit/ Fieber (anfangs meist schubweise)
  • Gewichtsverlust
  • Apathie/ Trägheit/ Lahmheit
  • Haut- und Fellveränderungen
  • Offene und schlecht heilende Hautwunden
  • Hautausschläge auf dem Nasenrücken, an den Ohrenspitzen und um die Augen herum (große, weiße und fettige Schuppen, allerdings nicht juckend)
  • Haarausfall
  • Augenerkrankungen
  • Nasenbluten
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Schmerzempfindlicher Bauch
  • Blutiger Kot
  • übermäßiger Krallenwuchs
 
Mittels eines sogenannten Mittelmeertest wird beim Hund die Höhe des Antikörperspiegels, der sogenannte Titer bestimmt. Anhand dieses Titers, weiterer Organ- und Blutwerte entscheidet der Tierarzt die jeweilige Therapie.
 
Zur Behandlung stehen gemäß den Leitlinien verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie AllopurinolDomperidonMilteforan und Glucantime.
 
Je früher die Erkrankung erkannt wird und je schneller mit der richtigen Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Chancen des Hundes, ein nahezu beschwerdefreies, langes Leben zu führen.
 

Bei weiteren Fragen sind wir natürlich jederzeit da und unterstützen die zukünftigen Besitzer so gut wie es uns möglich ist!